Fassadenprogramm Innenstadt - Fußgängerzone

 

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Bezuschussung für private Fassadenrenovierungen

Farbberatung und Farbzuschuss


Die Stadt Zweibrücken hat als zusätzliche Fördermöglichkeit einen eigenen Fördertopf geschaffen zur Verschönerung des Stadtbildes durch private Fassadenrenovierungen.

Hierzu sind bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen, um eine Bezuschussung von Seiten der Stadt gewährt zu bekommen. Die Stadt bietet qualifizierte Beratungen an und hat ein Farbkonzept erarbeitet.

Unter gegebenenfalls Hinzuziehung einer Farbberaterin führt das Stadtbauamt/ Stadtsanierung zusammen mit den privaten Bauherrn, den Architekten und Handwerkern diese Beratungen durch. Die Beratungen sind für alle Bauherren kostenlos – die anfallenden Kosten übernimmt die Stadt.
Wohnen Sie also im Bereich der Hauptstraße/ Fußgängerzone und wünschen eine Beratung, wenden Sie sich zur Terminabsprache an das

Stadtbauamt Zweibrücken
Dipl.-Ing. Harald Ehrmann, Stadtplaner
Herzogstraße 3
66482 Zweibrücken

Tel. 06332/871-614
Fax: 06332/871-607
E-Mail

 

Die Stadt Zweibrücken bietet Ihnen folgende Zuschussmöglichkeiten:

  1. Bei Fassadenanstrichen und Putzerneuerungen wird jeweils ein Zuschuss von 20 Prozent der Handwerkerkosten gewährt, maximal jedoch nur 500,00 € für Fassadenanstrich und 500,00 € für Putzerneuerung. Somit ist eine Höchstbezuschussung von 1.000,00 € gegeben. Im begründeten Einzelfall können Stadtbild prägende und erhaltungswürdige Fassaden auch höher bezuschusst werden.

  2. Es werden nur Arbeiten gefördert, die vom öffentlichen Straßenraum einsehbar sind.

  3. Der Antrag auf Bezuschussung ist vor Baubeginn der Arbeiten zu stellen.

  4. Die Gestaltung muss dem Farbkonzept entsprechen und im Einvernehmen mit dem Stadtbauamt erfolgen.

  5. Das Gebäude, an dem die Maßnahmen ausgeführt werden sollen, muss im Zuschussbereich liegen.

  6. Neubauten werden nicht bezuschusst.

  7. Eine Doppelbezuschussung ist nicht möglich. Gebäude an dem diese Maßnahmen durchgeführt werden und über z. B.
    die Sanierungsförderung bezuschusst werden, können nicht über diese Richtlinie bezuschusst werden.


Farbkonzepte:

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Erläuterungen zum Farbkonzept


Grundsatzüberlegungen

Werkplanung: Farbkonzept für das Sanierungsgebiet 1 / Innenstadt Zweibrücken

Farbangaben: ness/natural color system second und ral
 
Das Ziel dieses Gesamtkonzeptes für das Sanierungsgebiet 1 in der Innenstadt Zweibrücken ist, eine klare ästhetische Vision zu kreieren, so dass successiv, alle zukünftigen Sanierungsmaßnahmen in diesem Gebiet bewusst und absichtvoll zu einem großen harmonischen Gesamtstück Innenstadt werden.
Der Focus liegt einerseits darin die Verbindung des Menschen zu seinem Lebensraum Innenstadt durch die emotionalen Qualitäten der Farben wirkungsvoll zu verbessern, das heißt das Wohlbehagen durch Ästhetik zu steigern wie auch gleichzeitig eine inspirierende, aktive Sympathiewerbung / Öffentlichkeitsarbeit zur Belebung der innerstädtischen Konjunktur und Kultur zu unterstützen.
Ein farbsympathischer Stadtraum ist keine Frage des subjektiven Farbgeschmacks, sondern das Ergebnis eines absichtsvollen Planungsprozesses, der die verlorenen Eigenschaften des Stadtraumes - die in ihrer positiven Wirkung von niemandem in Frage gestellt werden - im Dialog zwischen Architektur und Atmosphäre, zwischen Form und Farbe neu kreiert.

Hauptstraße 18 - 14: So zeigt diese Idee eine eindeutig historisch orientierte Lösung.
Die Ouvertüre macht, vom Alexanderplatz aus gesehen die Hauptstraße 18 - 14, die gleichzeitig die Stirn des hier behandelten Gebäudeensembles wie auch der linke Vordergrund für den Einblick über den Schloßplatz auf das Schloss darstellt. Architektonisch bietet diese Dreiergruppe einen fast vollständig symmetrischen Aufbau aus historisch gleicher Epoche. Unterschiedliche Dachnuancen differenzieren die Gebäude, daran anknüpfend erfahren die Fassaden eine farbige Grundgliederung von graugrün über Sandsteinfarben bis klinkerrot, eine kraftvolle, erdgebundene Farbigkeit, die kompositorisch darauf ausgerichtet ist, die linke Flanke zum Schloss zu stabilisieren. Aufgrund der gut einsehbaren Fassaden vom vorgelegenen Alexanderplatz aus betrachtet ergänzte ich Schmuckelemente in Maltechnik sowie Kassettengruppen. Korrespondenz, Durchdringung, visueller Reichtum und aufwertende Verdichtung ist das Ziel.

Schloßplatz: Ähnlich, besondere Funktionen kommen auch der Fassadenzeile des Schlossplatzes zu, ebenso gut einsehbar ist das Primäranliegen Kleinteiligkeit, Verhüllung und Vielgestaltigkeit, um den unmittelbaren Dialog mit der Architektur des Schlosses angemessen zu würdigen.
Der Farbenklang ist, mit Ausnahme der bereits sanierten Hauptstraße 1 - hier modifizierte ich lediglich die Faschenfarbe und applizierte ein lineares Ornament - warmtonig in gelbroten und graugrünen Steinnuancen ausgeführt.
Auf einer mittleren Helligkeitsstufe ist das Anliegen Wechsel, Rhythmus und gleichzeitig einen respektvollen Verbund darzustellen. Applikationen und Maltechniken individualisieren auch jede dieser Fassaden um visuelle Fülle auch für diese Perspektive zu schaffen.

Mühlstraße: Der Richtungswechsel in die Mühlstraße charakterisiert einen Übergang von den Platzperspektiven zur engen, quirligen Fußgängerzone der Hauptstraße. Gemäß dieses Übergangswesens interpretierte ich hier beruhigt und aufgehellt, zumal die Integration der kürzlich sanierten Fassade Mühlstraße 4 gewährleistet sein soll, um den Temperamentwechsel zur Hauptstraße zu unterstützen.

Hauptstraße: Die zwölf Fassaden der Hauptstraße, zwei- bis viergeschossig stehen in einem lockeren Aktiv/Passiv/Wechsel zueinander. Historisch bemerkenswerte Gebäude luden mich zu einer farbigen Betonung ein, andere wiederum erheben nicht den Anspruch architektonische Schönheiten zu sein, hier folgt die Farbe bzw. setzt andernorts Akzente und lenkt den Blick weiter.
Im Hintergrund dieser Aufgabenstellung / farbkünstlerisches Gesamtkonzept Sanierungsgebiet 1 jedoch ist dieses Konzept darauf ausgerichtet, Helligkeit und Chroma nach innen, für die Abschnitte 4/8/5 auszubilden, um im Zentrum der Hauptstraße einen sonnigen, hellen, strahlenden Höhepunkt zu setzen, der wiederum zum Anfang und Ende abnimmt, um im harmonischen Kontext mit den historisch besonderen Architekturen der Innenstadt zu sein.

Die Vorgehensweise focussiert einerseits die harmonische Wechselbeziehung mit der historischen Architektur, der Alexanderkirche, des Schlosses sowie der historischen Architektur jenseits der Schwarzbach.
Anderseits ist das Ziel die vorhandenen Gebäude durch die ästhetische Neuinterpretation stil- und materialrichtig, glaubwürdig und würdig zu einer inspirierenden, polychromen Gesamtkomposition zu bringen.

Sanierungsgebiet 1: Die individuelle Bezugnahme ist für jedes einzelne Objekt die Voraussetzung.
Die vorhandenen, unveränderlichen Gebäudefarben vom Naturstein bis zu den Dach- und Fenster-farbigkeiten, über die Farbnachbarschaften und Korrespondenzen, bis zur Entwicklung des über-greifenden Themas von verhüllt und getragen außen/Peripherie nach leuchtend und strahlend im inneren/Abschnitte 4/5/7/8 sind dokumentiert und im Entwurf visualisiert.

Auch das Platz- und das Straßenprinzip stellte ich bereits im Farbkonzept für das Gebäudequartier Schloßplatz/ Mühl- und Hauptstraße vor.

Hommage an die Polychromie: Inhaltlich ist dieses farbkünstlerische Gesamtkonzept eine Hommage an die gegenwärtig in Zweibrücken verlorengegangene Polychromie. Polychromie im Kontext mit Architektur steht auf der Tonleiter unseres menschlichen Wahrnehmens und Erlebens für visuelle Fülle, visuellen Reichtum, für Individualität und Differenzierung.
Somit ist es ein offen deklarierter Bruch mit den Graunuancen und den superlativen Helligkeiten der nahen Vergangenheit, die, sobald sie quantitativ überlegen sind, zur kalkig, faden Tristess werden.

Dieses Farbgesamtkonzept erfordert Mut, es erfordert das Commitment vieler Bauherren und es erfordert einen geduldig langen Atem aller Beteiligten ... bevor Ergebnisse die planerischen Prozesse der Gegenwart bestätigen und anerkennen ... so ist aller Anfang immer die Vision!

Die Vision einzelner, denen es gelingt Projektbegeisterung zu kreieren und den Schulterschluss innerhalb vielfältigster Interessen und Meinungen herzustellen und zu halten ...