Schöffenwahl 2018

Die Stadt Zweibrücken sucht Bewerberinnen und Bewerber für die (Jugend-)Schöffenwahl für die Amtsperiode 01.01.2019 – 31.12.2023

 

Die Stadt Zweibrücken sucht ab sofort Bewerberinnen und Bewerber für das Schöffenamt beim Amtsgericht Zweibrücken sowie beim Landgericht Zweibrücken.

Die Wahl der Schöffen sowie Jugendschöffen findet im Herbst 2018 für die Amtsperiode 01.01.2019 bis 31.12.2023 statt.

Im ersten Halbjahr 2018 werden bundesweit die Schöffen und Jugendschöffen für die Amtszeit von 2019 bis 2023 gesucht und der erste Teil der zweistufigen Wahl durchgeführt.

Gesucht werden in Zweibrücken insgesamt 57 Bewerberinnen und Bewerber für das Schöffenamt sowie 36 Bewerberinnen und Bewerber für das Jugendschöffenamt, die am Amtsgericht Zweibrücken und Landgericht Zweibrücken als Vertreter des Volkes an der Rechtsprechung in Strafsachen teilnehmen wollen.

Der Stadtrat (zuständig für die Schöffen) und der Jugendhilfeausschuss (zuständig für die Jugendschöffen) stellen für das Amtsgericht in einem ersten Wahlvorgang eine Vorschlagsliste auf, die doppelt so viele Kandidaten enthalten muss wie an Schöffen bzw. Jugendschöffen benötigt werden. Aus diesen Vorschlägen wählt der Schöffenwahlausschuss beim Amtsgericht im zweiten Wahlvorgang in der zweiten Jahreshälfte 2018 die Haupt- und Hilfsschöffen.

 

Gesucht werden Bewerberinnen und Bewerber, die

  • ihren Wohnsitz in Zweibrücken haben und
  • am 1.1.2019 mindestens 25 und höchstens 69 Jahre alt sein werden.
  • die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen

Von der Wahl ausgeschlossen sind Bürger/innen, die

  • zu einer Freiheitsstrafe von mehr als sechs Monaten verurteilt wurden oder
  • gegen die ein Ermittlungsverfahren wegen einer schweren Straftat schwebt.
  • hauptamtlich in oder für die Justiz tätig sind (Richter, Rechtsanwälte, Polizeivollzugsbeamte, Bewährungshelfer, Strafvollzugsbedienstete usw.)
  • sowie Religionsdiener.


(Jugend-)Schöffen sollten über soziale Kompetenz verfügen, d. h. das Handeln eines Menschen in seinem sozialen Umfeld beurteilen können. Von ihnen werden Lebenserfahrung und Menschenkenntnis erwartet. Die ehrenamtlichen Richter müssen Beweise würdigen, d. h. die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein bestimmtes Geschehen wie in der Anklage behauptet ereignet hat oder nicht, aus den vorgelegten Zeugenaussagen, Gutachten oder Urkunden ableiten können. Die Lebenserfahrung, die ein Schöffe mitbringen muss, kann aus beruflicher Erfahrung und/oder gesellschaftlichem Engagement resultieren. Dabei steht nicht der berufliche Erfolg im Mittelpunkt, sondern die Erfahrung, die im Umgang mit Menschen erworben wurde. Schöffen in Jugendstrafsachen sollen in der Jugenderziehung über besondere Erfahrung verfügen.

Das verantwortungsvolle Amt eines Schöffen verlangt in hohem Maße Unparteilichkeit, Selbstständigkeit und Reife des Urteils, aber auch geistige Beweglichkeit und – wegen des anstrengenden Sitzungsdienstes – gesundheitliche Eignung. Juristische Kenntnisse irgendwelcher Art sind für das Amt nicht erforderlich.

Schöffen müssen ihre Rolle im Strafverfahren kennen, über Rechte und Pflichten informiert sein und sich über die Ursachen von Kriminalität und den Sinn und Zweck von Strafe Gedanken gemacht haben. Sie müssen bereit sein, Zeit zu investieren, um sich über ihre Mitwirkungs- und Gestaltungsmöglichkeiten weiterzubilden. Wer zum Richten über Menschen berufen ist, braucht Verantwortungsbewusstsein für den Eingriff in das Leben anderer Menschen durch das Urteil. Objektivität und Unvoreingenommenheit müssen auch in schwierigen Situationen gewahrt werden, etwa wenn der Angeklagte aufgrund seines Verhaltens oder wegen der vorgeworfenen Tat zutiefst unsympathisch ist oder die öffentliche Meinung bereits eine Vorverurteilung ausgesprochen hat.

Schöffen sind mit den Berufsrichtern gleichberechtigt. Für jede Verurteilung und jedes Strafmaß ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit in dem Gericht erforderlich. Gegen beide Schöffen kann niemand verurteilt werden. Jedes Urteil – gleichgültig ob Verurteilung oder Freispruch – haben die Schöffen daher mit zu verantworten. Wer die persönliche Verantwortung für eine mehrjährige Freiheitsstrafe, für die Versagung von Bewährung oder für einen Freispruch wegen mangelnder Beweislage nicht übernehmen kann, sollte das Schöffenamt nicht anstreben.

In der Beratung mit den Berufsrichtern müssen Schöffen ihren Urteilsvorschlag standhaft vertreten können, ohne besserwisserisch zu sein, und sich von besseren Argumenten überzeugen lassen, ohne opportunistisch zu sein. Ihnen steht in der Hauptverhandlung das Fragerecht zu. Sie müssen sich verständlich ausdrücken, auf den Angeklagten wie andere Prozessbeteiligte eingehen können und an der Beratung argumentativ teilnehmen. Ihnen wird daher Kommunikations- und Dialogfähigkeit abverlangt.

Interessenten können sich für das Schöffenamt in allgemeinen Strafsachen (gegen Erwachsene) bis zum 1. Juni 2018 beim Haupt- und Personalamt, Herzogstraße 1, 66482 Zweibrücken, Zimmer 124, Telefon: 06332/871-121, E-Mail: Wahlen@zweibruecken.de, melden. Ein entsprechendes Bewerbungsformular senden wir Ihnen dann sehr gerne zu.


Interessenten für das Amt eines Jugendschöffen können  sich bis zum 15. Mai 2018 an das Jugendamt, Schillerstraße 4, Zimmer 203, 66482 Zweibrücken, Tel.:06332/871-553, E-Mail: jugendamt@zweibruecken.de, wenden. Ein entsprechendes Bewerbungsformular senden wir Ihnen dann sehr gerne zu.

Über folgende Links erhalten Sie Informationen zum Schöffenamt:

https://www.schoeffenwahl.de/

https://www.parijus.eu/