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Spektakuläre Dauerleihgabe: Das Tablett „Le Château de Carlsberg“

Meißen um 1785

Porzellantablett Schloss Karlsberg, Meißen um 1785

Es gibt schwarze Tage in der Geschichte einer Region – es gibt aber auch gute Tage. Das Leben schreibt die spannendsten Geschichten:

Diese beginnt im Jahr 1777, als der Zweibrücker Herzog Karl II. August, hoch motiviert durch die Hoffnung auf die anstehende pfalzbayerische Erbschaft, beginnt, den Luisenhof auf dem Buchenberg über Sanddorf zu einer der größten Landresidenzen Europas auszu­bauen. Kaum fertig gestellt, wurde sie am 28. Juli 1793 von französischen Revolutionstrup­pen völlig zerstört und danach von der Bevölkerung als Steinbruch genutzt und abgetragen.

Die Ausmaße des Schlosses Karlsberg und seiner Parkanlagen waren enorm, wertvoller je­doch als das Schlossgebäude waren die Inneneinrichtungen sowie die wertvollen Samm­lungen, die Karl II. August zusammentragen ließ und selbst vor den Blicken seines Hof­staates hütete. Er kaufte durch seine Agenten bei den besten Künstlern und Kunsthand­werkern seiner Zeit. Bis heute geraten die Kunsthistoriker angesichts der Qualität der Samm­lungen so ins Schwärmen wie Freiherr von Knigge, der 1792 als einer von ganz wenigen Zutritt zum Karlsberg erlangte. Er beschreibt ihn in einem seiner Briefe als Feen-Schloss. Dass die Karlsberg-Sammlungen zum Glück zumindest in großen Teilen bis heute noch er­halten sind, verdanken wir dem Einsatz von Johann Christian von Mannlich, der sie 1793 in einer abenteuerlichen Aktion vor den plündernden Revolutionstruppen über den Rhein nach Mannheim rettete. Von dort nahm er das Zweibrücker Erbe dann mit, als er dem Pfalzgrafen Max Joseph 1799 in seine neue Residenzstadt München folgte. So sind viele Teile der Karlsberg-Sammlung heute in bayerischen Museen und Schlössern zu bewundern – oder ein­gelagert.

Im Gegensatz zu den legendären Sammlungen ist über das Schlossgebäude nur wenig über­liefert. Aufgrund seiner kurzen Bestandszeit gibt es nur wenige detaillierte Darstellungen. Die wahrscheinlich edelste Abbildung findet sich auf einem äußerst fein bemalten Tablett der Meißener Porzellanmanufaktur. Die Platte war vermutlich ein Geschenk von Kurfürstin Maria Amalia Auguste von Sachsen (1752-1828) an ihren Bruder Karl August, den Bauherrn von Schloss Karlsberg.

Leider war dieses Tablett seit 1945 verschollen. Es wurde in der ersten Aprilhälfte 1945 mit ca. 2.150 anderen Exponaten aus dem Depot des Historischen Museums der Pfalz in den Kasematten der Germersheimer Seyssel-Kaserne gestohlen, vermutlich von französischen Be­satzungsoffizieren. Bei dem Diebstahl waren mit Sachkenntnis die künstlerisch wert­vollsten Stücke ausgewählt worden.

Nun ist dieses Beutestück nach vielen Jahrzehnten wieder auf dem Kunstmarkt aufgetaucht und konnte mit dem ausdrücklichen Einverständnis des alten Eigentümers von der Stiftung Karlsberger Hof angekauft werden. Die Stiftung übergab das wertvolle Meißener Porzellan dem Stadtmuseum Zweibrücken als Dauerleihgabe.
 



"Der Mantel der Geschichte" von Margarete Palz    

bei der International Craft Biennale

Der Mantel der Geschichte von Margarete Palz (Foto: Gerhard Heisler)

Der von der Kostümdesignerin Margarete Palz für das Stadtmuseum Zweibrücken geschaffene "Mantel der Geschichte" vertritt Deutschland bei der International Craft Biennale in Cheongju nahe Seoul.



Restaurierung des Tafelklaviers     

Auf Bestellung von Mozart: Das Baumann-Klavier

Tafelklavier von Christian Baumann, Stadtmuseum Zweibrücken

Ein Brief von Mozart an seinen Vater Leopold vom 31. August 1782 hob in den 1950er Jahren Zweibrücken plötzlich in die Reihe der Mozartstädte.

„ ... Nun habe ich eine Bitte an Sie; - die Baron(in) Waldstätten wird von hier wegreisen – und dürfte ein gutes kleines Pianoforte haben; Ich weiß den Namen des Claviermachers in Zweybrücken nicht mehr, und da wollte ich Sie gebeten haben, eins bey ihm zu bestellen. – es müsste aber in Zeit eines Monats oder längstens 6 Wochen fertig seyn; und der nemliche Preis wie das vom Erzbischof ...“

Dieses Zitat veranlasste das Internationale Musiker-Brief-Archiv in Berlin im Jahre 1949 zu einer Anfrage bezüglich der damaligen Zweibrücker Klavierbaufirmen an die Stadtverwaltung Zweibrücken. Es war ein seltsamer Zufall, dass fast zeitgleich eine Anfrage des Wiener Instrumentensammlers Dr. Erich Fiala in Zweibrücken eintraf. Dieser hatte 1947 ein nicht mehr bespielbares Tafelklavier erworben und war aufgrund der Angabe „Zweybrücken“ auf dem teilweise zerstörten Firmenetikett in einer Ecke des beschädigten Resonanzbodens auf der Suche nach der Herstellerfirma. Zwei Mosaiksteine ließen sich nun zusammenfügen: Auf Grundlage der Kirchenbücher und Bürgerlisten ließ sich recherchieren, dass es 1782 zwei Klavierbauer in Zweibrücken gab. Die fehlenden Buchstaben auf dem Herstellerzettel hießen zweifelsfrei: C(hristian Bau)mann / Orgel- und Instrumentenmacher / in Zweybrücken 1782.

Die Aufregung in den geschichts- und musikinteressierten Kreisen Zweibrückens war nach diesen Neuigkeiten groß: In Zweibrücken gab es also im 18. Jahrhundert die hervorragende Klavierbauerwerkstatt von Matthias Christian Baumann (Annweiler 1740 – 1816 Zweibrücken), deren Ruf bis zu den Mozarts reichte. Auf welchem Weg sie von Baumann erfuhren, darüber kann man nur spekulieren, aber die Briefstelle lässt darauf schließen, dass schon Leopold Mozart den Ankauf eines Baumann-Klaviers durch den Fürsterzbischof vermittelt hatte. Dieses Instrument steht heute im Museum Carolino Augusteum in Salzburg. Wolfgang Amadeus Mozart hatte dann wenige Jahre später die Firma Baumann an seine große Gönnerin und Klavierschülerin die Baronin Martha Elisabeth Hayek von Waldstätten (1744-1811) weiterempfohlen. Da aus der Mozartforschung bekannt ist, wie eng und freundschaftlich das junge Ehepaar Mozart, das sich zurzeit des Briefes gerade in den Flitterwochen befand, in dieser Zeit mit der Baronin verkehrte, kann mit hoher Sicherheit davon ausgegangen werden, dass Mozart auch auf ihrem Klavier gespielt hat.

1958 gelang es Dank einer Initiative des Historischen Vereins das Klavier für das im Wiederaufbau befindliche Zweibrücker Museum anzukaufen. Die 1961 gegründete Mozartgemeinde Zweibrücken e.V., die 1. pfälzische Ortsgruppe der deutschen Mozartgesellschaft, verpflichtete sich in ihrer Satzung zur Erhaltung und Förderung der Zweibrücker Mozart-Erinnerungen.

Im Herbst 2003 wurde das Tafelklavier nun fachmännisch und behutsam von Klavier- und Orgelbauer Viesturs Ilsums, Riga, restauriert. Wenige Tage vor Weihnachten konnte ein kleines Publikum anlässlich eines Hausmusikabends im Stadtmuseum einen Eindruck gewinnen, wie die Musik Mozarts auf einem zeitgenössischen Hammerklavier mit nur fünf Oktaven klang. Die Restaurierung und ihre wissenschaftliche Dokumentierung war durch das private Engagement von Dr. Bernhard Bonkhoff, eines Nachfahren von Baumann, ermöglicht worden. Nun endlich ist das Tafelklavier nicht nur ein stummes Zeugnis für die Zweibrücker Handwerkskunst, sondern vermittelt auch eine Vorstellung von den klanglichen Möglichkeiten des 18. Jahrhunderts.



Eine Familienzusammenführung: Die Hofenfels-Porträts [1] 

Dr. Charlotte Glück-Christmann, Stadtmuseum Zweibrücken 

    Friederike Luise Auguste von Hofenfels, Ölgemälde von Anton Graff   Johann Christian von Hofenfels, Ölgemälde von Anton Graff

Anton Graff (1736-1813), damals bereits berühmter Porträtmaler am sächsischen Hof in Dresden, malte um 1783 zwei Großporträts, so genannte Kniestücke, des Ehepaares Johann Christian und Friederike Luise Auguste von Hofenfels. Das Bilderpaar, das bis 1926 zusammen im Zweibrücker Haus der Familie Hofenfels hing und dann getrennte Wege ging, wurde nun als sichtbares Zeichen der engen kulturellen Verbindung zwischen den Schwesterstädten Homburg und Zweibrücken wieder zusammengeführt. Die Stadt Homburg hat während einer kleinen Feierstunde am 6. Juni 2007 das 1985 von ihr erworbene Ölgemälde „, geb. Freiin von Closen auf Haydenburg (1764-1820)“ der Stadt Zweibrücken für die nächsten Jahre als Leihgabe zur Verfügung gestellt. Damit wird das Gemälde in Zukunft im Herzogsaal (Petrihaus, Herzogstr. 9 - 11) neben dem Porträt ihres Ehemannes Johann Christian von Hofenfels (1744-1787) hängen, das die Stadt Zweibrücken 1984 vom letzten Freiherrn von Hofenfels erbte.

Johann Christian Simon wurde am 25. Dezember 1744 im damals pfalz-zweibrückischen Kusel als Sohn eines lutherischen Pfarrers geboren. Aufgewachsen ist er in Dielkirchen, wo sein Vater Johann Jakob Simon 1748 die Pfarrstelle übernahm. Wo er das Gymnasium absolvierte ist ungewiss, von seinem Vater ist belegt, dass er am Zweibrücker Gymnasium war.

Nach einem Jurastudium in Jena schlug Hofenfels die Beamtenlaufbahn im Herzogtum Pfalz-Zweibrücken ein. Für seine berufliche Qualität spricht, gerade da er nicht adlig war, dass er in acht Jahren fünf Mal befördert wurde.

Als Oberamtmann musste er sich jahrelang mit einem sehr spektakulären Fall beschäftigen: den Betrügereien des Geheimrates Joseph Stahl, Direktor des Zweibrückischen Bergwesens und Begründer der Zweibrücker Porzellanmanufaktur. Eine andere wichtige Aufgabe hatte er, als er die Interessen des Herzoghauses gegenüber der morganatischen Witwe von Herzog Christian IV. vertrat. Frankreich hätte gerne gesehen, wenn die beiden Söhne des Herzogs erbberechtigt gewesen wären. Hofenfels setzte mit viel Geschick durch, dass sie nur finanziell, nicht aber in der Erbfolge berücksichtigt wurden.

Hofenfels wurde im Dienste von Herzog Karl II. August zum wohl bekanntesten Zweibrücker Diplomaten. Er war zuletzt Geheimrat im Außenministerium, nie Außenminister wie es oft heißt, das war sein wesentlich unbegabterer Vorgesetzter Ludwig von Esebeck. Dies hing damit zusammen, dass Herzog Karl August häufig sehr unzufrieden mit Hofenfels war, da dieser ihm immer wieder Wahrheiten zumutete, die der Herzog nicht unbedingt hören wollte, z.B. bezüglich seiner enorm hohen Verschuldung.

Doch nun zu seiner Lebensleistung: Hofenfels ist es nach dem Urteil der Geschichtsschreibung vor allem zu verdanken, dass Bayern heute zu Deutschland und nicht zu Österreich gehört. Obwohl ein Deutschland ohne die Bayern heute kaum mehr vorstellbar ist, gab es ein paar Jahre in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhundert, in denen Österreich begehrlich die Hände nach dem angrenzenden Bayern ausstreckte:

1777 war Kurfürst Maximilian III. Joseph von Bayern kinderlos gestorben. Auf Grundlage eines alten wittelsbachischen Hausvertrages erbte der nächstverwandte männliche Wittelsbacher, Kurfürst Carl Theodor von der Pfalz, die bayerischen Kurwürde. Er fasste die beiden Kurfürstentümer Pfalz und Bayern zu Pfalzbayern zusammen und verlegte seine Residenz von Mannheim nach München. Carl Theodor hatte persönlich keinen engeren Bezug zu Bayern und war auch höchst unbeliebt bei seinen dortigen Untertanen. Dies versuchten nun die Österreicher für ihre Zwecke auszunutzen. Das was sie nach dem Tode des bayerischen Kurfürsten im so genannten Bayr. Erbfolgekrieg nicht erreicht hatten, versuchten sie nun durch ein Tauschangebot zu erringen: Sie boten Carl Theodor die österreichischen Niederlande im Tausch gegen das ungeliebte Bayern an. Bei Carl Theodor stießen sie damit auf offene Ohren. Er war dem Tauschgeschäft gar nicht abgeneigt, die Niederlande waren ein reiches Land, ihre Einnahmen etwa doppelt so hoch wie die von Bayern, außerdem hatte Carl Theodor mit den Territorien von Jülich, Kleve und Berg auch schon Besitzungen in dieser Gegend. Es hätte also ganz gut gepasst: Die Niederlande, Jülich-Kleve-Berg und die Kurpfalz hätten ein ansehnliches Territorium abgegeben.

Carl Theodor benötigte aber zu diesem wesentlichen Eingriff in die wittelsbachischen Erblande die Zustimmung seines Erben und das war, da er selbst kinderlos war, der zweibrückische Herzog Karl II. August, in dessen Diensten Hofenfels stand. Dieser verhinderte nun 1784 mit Unterstützung des preußischen Königs Friedrich d. Großen, dem nicht an einer Stärkung Österreichs gelegen sein konnte, dass Karl August seine Zustimmung zu diesem Tauschgeschäft gab. Mit einer solchen Hürde hatte Österreich nicht gerechnet. Man glaubte, dass sich der völlig überschuldete Karl August überhaupt keinen Widerstand gegen die Politik des Kaisers leisten könne.

Gemeinsam entwickelten Hofenfels und Friedrich der Große übrigens damals schon Pläne eines Fürstenbundes unter preußischer Führung, wie ihn dann neun Jahrzehnte später Bismarck mit der Gründung des deutschen Reiches verwirklicht hat. Das intensive Interesse Friedrichs des Großen an Hofenfels, einem Diplomaten eines kleinen, peripheren Fürstentums, hängt natürlich damit zusammen, dass die wittelsbachischen Erblande, zu denen auch Pfalz- Zweibrücken gehörte, damals das drittgrößte Territorium im deutschen Reich waren und dementsprechend eine bedeutende Rolle im Mächtekampf spielten.

Hofenfels Lebenswerk war es also, dem Hause Wittelsbach seine bayerischen Erblande erhalten zu haben. Für seine Charakterstärke spricht, dass er österreichische Bestechungsgelder in Höhe mehrerer 100.000.- Gulden abgelehnt haben soll. In Zweibrücken ist nicht umsonst ein Gymnasium nach ihm benannt.

Hofenfels war übrigens bereits vor seinem diplomatischen Meisterstück von Kaiser Joseph II. in den Adelsstand erhoben worden. Danach hätte der Kaiser dies wahrscheinlich nicht mehr getan. Im Stadtmuseum Zweibrücken ist das Adelsdiplom mit anhängendem Reichssiegel, das ihm am 15. April 1776 durch Kaiser Joseph II. ausgestellt wurde, zu bewundern. Seine Treue zum Fürstenhof verdeutlichte er durch die Wahl seines Adelsnamens "dem Hof ein Fels", den er sich in Anlehnung an seinen bürgerlichen Familiennamen Simon und den Apostel Petrus aussuchte. Der Pfarrersohn Simon kannte natürlich die Bibel und hat in Anlehnung an Matthäus 16, Vers 18, wo geschrieben steht, dass Jesus in Bezug auf seinen Jünger Simon Petrus sagte: „Du bist Petrus und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen“, sein eigenes Adelsmotto entwickelt.

In der gleichen Vitrine wird auch die von dem Pfälzer Künstler Otto Kallenbach gestaltete Hofenfels-Medaille präsentiert, die dem Kunsthistoriker Professor Wilhelm Weber 1972 vom bayerischen Landtagspräsidenten Dr. Hanauer während eines Festaktes in der Münchner Residenz verliehen wurde. Der Hofenfels-Preis wird regelmäßig für besondere Leistungen auf dem Gebiet der Pfalz-Bayerischen Beziehungen verliehen.

1781 hatte der 37jährige Hofenfels in der Kapelle des Ingweilerhofes (Nordpfalz) die mittellose 17jährige Friederike Luise von Closen geheiratet. Sie war eine Tochter von General Carl Ludwig von Closen auf Haydenburg, einem General im Zweibrücker Regiment Royal Deux Ponts, das durch seine Beteiligung am amerikanischen Unabhängigkeitskrieg zu Berühmtheit gelangt ist. Allerdings war das nach Closens Zeiten. Dieser hatte das Regiment im Siebenjährigen Krieg geführt, tapfer aber wenig erfolgreich, und war schon 1764, im Geburtsjahr seiner Tochter, gestorben.

Ihre Mutter war eine geborene Freifrau von Esebeck, ihr Onkel war der Minister Esebeck, der Dienstherr von Hofenfels. Im Besitz der Familie Closen war übrigens der Luisenhof bei Homburg gewesen, den Hofenfels spätere Schwiegermutter an Herzog Karl August verkaufte und der dann für diesen den Ausgangspunkt zum Bau des Schlosses Karlsberg bildete.

Unmittelbar nach der Heirat baute sich das Ehepaar ein Haus, das bis um 1970 den Endpunkt der Zweibrücker Herzogstraße bildete. Es wurde bei der Verbreiterung der Hofenfelsstraße abgerissen, heute steht dort das zurzeit stillgelegte Verwaltungsgebäude der Parkbrauerei. Den Bauplatz hatte Hofenfels ebenso wie später das Gelände der Karlslust, heute Hofenfelspark, vom Herzog geschenkt bekommen.

Der Ehe war leider keine lange Dauer beschieden. Bereits 1787, nach sechs Jahren, starb Hofenfels an einer heute nicht genau zu benennenden Auszehrung. Die Geburt seines zweiten Kindes, nach einem Sohn eine Tochter, sollte er nicht mehr erleben. Seine Witwe heiratete 1789 den österreichischen Legationsrat Ludolf. Über diese Ehe ist nichts weiter bekannt. Sie starb 1820 in München.

In Zweibrücken präsent blieb Hofenfels Sohn Karl August, von 1818 – 1839 Landkommissär in Zweibrücken. Er hatte wohl von seinem Vater seine unbedingte Staatstreue geerbt und bewies sie dadurch, dass er die regierungskritischen Äußerungen seines Homburger Amtskollegen Siebenpfeiffer an die Regierung weitermeldete.

Doch zurück zu seinen Eltern: Hofenfels und seine junge Frau ließen sich, vermutlich bei einem Dresdenbesuch in den Jahren 1783/84, er war 39, sie gerade mal 19 Jahre alt, von dem dortigen Porträtmaler Anton Graff malen. Die Wahl dieses damals schon sehr bekannten Porträtmalers, er gilt heute neben Friedrich August Tischbein als der beste deutsche Porträtmaler in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, zeugt übrigens von dem Selbstbewusstsein Hofenfels. Graff porträtierte die ganz Großen seiner Zeit, u. a. Gotthold Ephraim Lessing, Friedrich Schiller und Heinrich von Kleist. Als Hauptwerk gilt sein berühmtes Porträt von Friedrich dem Großen. Die beiden wertvollen Gemälde können während der Öffnungszeiten des Stadtmuseums besichtigt werden.

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[1] Vortrag gehalten bei der Übergabe der Leihgabe am 6.6.07 im Herzogsaal. Die Darstellung stützt sich in weiten Teilen auf den Aufsatz von Hans Ammerich, Johann Christian Freiherr von Hofenfels (1744-1787), in: Pfälzer Heimat 4/1994, S. 97-107